Die Eingewöhnung

Bildung setzt Bindung voraus

„Die Bildung des Kindes kann ohne Bindung nicht funktionieren. Mit der darin enthaltenen Wurzel der Treue: Du Kind, bedeutest mir viel, Du Kind, für Dich bin ich verlässlich da, Du Kind, wir leben diesen Teil des Tages zusammen, wir gestalten ihn aus, und lernen dabei die Welt kennen – ihre Geheimnisse und ihre Aufgaben. Und wir nehmen Deine kleinen Freunde da gleich mit. Das ist der Rahmen, in dem Bildungsprozesse gelingen. Das ist der Rahmen, in dem Kinder stark werden.“ – Dr. Herbert Renz-Polster

Damit die Bindung zu den Betreuern gelingen kann, nehmen wir uns genügend Zeit für die Eingewöhnung. „Kinder brauchen zwei Dinge Wurzeln und Flügel“ – Johann Wolfgang von Goethe
Die Eingewöhnungszeit bzw. Kennenlernzeit ist eine sehr intensive Zeit für alle Beteiligten. Bereits beim Aufnahmegespräch wird geklärt, wann die Eltern wieder da sind. Die Eingewöhnung wird gemeinsam gestaltet und richtet sich individuell nach dem Kind und der Bezugsperson.
Partizipation des Kindes in der Eingewöhnungszeit ist sehr wichtig. Das Kind entscheidet, wie lange es braucht für den Übergang braucht, wann es sich  sicher und den Betreuern nahe genug fühlt, um die Bezugsperson gehen zu lassen. „Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf“, den Clan – Afrikanisches Sprichwort

Eltern und Betreuer sollten die erste vertrauensvolle Beziehung aufbauen, erst dann kann ein Übergang Familie – Kindertagespflege funktionieren.
Die Bezugsperson wird in dem „Clan“ eingebunden, in dem sie zur Teilnahme in Alltagssituationen eingeladen wird: z.B. Tisch decken, Frühstück vorbereiten, basteln, singen, spazieren gehen.

Fühlt sich die Bezugsperson als ein Teil des Ganzen, kann sich das Kind entspannen, Vertrauen gewinnen und die Bezugsperson kann sich zurückziehen.
Jedes Kind, jede Familie ist anders, deswegen ist es sehr wichtig die Eingewöhnung nicht nach einem Schema zu gestalten, sondern individuell.
Die Bindung zu den Betreuern entscheidet darüber, ob das Kind gerne oder nicht in die Tagespflege geht.
Erst wenn das Kind signalisiert, zb dadurch, dass es gar nicht nach der Bezugsperson schaut, an dem Spielgeschehen aktiv teilnimmt, sich auf die Betreuer einlässt, kann man die ersten Trennungsversuche starten. Die Bezugsperson verlässt die Tagespflege, bleibt aber in der Nähe, so dass sie bei Bedarf schnell zurückkehren kann.
Die Zeiten des Wegbleiben werden von Tag zu Tag verlängert, wenn das Kind es signalisiert.